Gedanken

 

Liebe Freunde!

Wiederaufbau der Memelburg

Im Memeler Dampfboot 1/2009 ist u. a. zu lesen:

„Ironie der Geschichte: Mit den ehrgeizigen Plänen zur Wiedererrichtung wird das Erbe der verhassten deutschen Ordensritter zu einem litauischen Nationaldenkmal aufgewertet werden“. In der Tat: Das verwundert! Zeigt das den Wandel in der Beurteilung alles Deutschen durch ehemalige, langjährige, grausame Gegner des Deutschtums? Beginnt lang andauernde Geschichtsklitterung zu bröckeln? Resultiert dieser Wandel aus plötzlicher Sympathie der Litauer zu den Deutschen und zum Deutschtum? Ist nicht vielmehr die Wirkung des ständig zunehmenden Tourismus der Stadt Memel ausschlaggebend? Sind Selbstbewusstsein und Kritikfähigkeit der Litauer mit der Zeit tatsächlich gewachsen? Hat schließlich die gleichberechtigte Zugehörigkeit zur Europäischen Union zur Anerkennung objektiverer Geschichtsbetrachtung und –aufarbeitung beigetragen oder erzwungen? Aufwertung oder erneuter Missbrauch der Geschichte? Vertrauen oder Misstrauen? Fragen über Fragen.
Erstaunlich ist jedoch, dass die Deutschen selbst als langjährige Machthaber im Memelland nicht an einen Wiederaufbau der Memelburg herangegangen sind! Sie hätten damals Grund genug gehabt, die Burg als national bedeutsames Monument den Menschen darzustellen. Dies ist allerdings unterblieben.
Jetzt ist es ehemaligen, eingefleischten Gegnern der Deutschen überlassen, die durchweg deutsche Historie zu „formulieren“. Beispiele für solch eine „Geschichtsschreibung“ und für ihr Ergebnis gibt es aus der Vergangenheit mehrere. Bleibt abzuwarten, wie dieser „Fall“ am Ende aussieht. Eine Verbindung von Vergangenheit und Zukunft scheint nach den vorliegenden Planungen zumindest ins Auge gefasst zu sein!

 
       
 

Diskussion in Memel über die St. Johannis - Kirche

Die St. Johannis – Kirche als einst höchstes öffentliche Gebäude und geografischer Mittelpunkt Memels wurde 1944 durch Bomben stark beschädigt. Die stehen gebliebenen Ruinen wurden dann während der Sowjetzeit abgerissen und entfernt. Die jetzige Stadtverwaltung Klaipedas/Memels ist seit Langem bemüht – nicht zuletzt im Hinblick auf die wirtschaftlichen Vorteile für das „Stadtsäckel“ infolge des ständig zunehmenden Tourismus -, altes Kulturgut auch aus der langen deutschen Zeit – ohne Berührungsängste mit den vorher verteufelten Gestalten oder Ereignissen der Geschichte – ebenso zu restaurieren und sie wie typisch litauische Denkmäler an markanten Punkten der Stadt zur Schau zu stellen. An der St. Johannis – Kirche konnte daher kein Weg vorbeigehen!
Allerdings diskutiert man in Memel seit Jahren, ob das Gotteshaus als moderner Neubau oder als Wiederaufbau in früherer Größe und Gestalt (von 1854) errichtet werden soll. Fest steht jedenfalls, dass sich die St. Johannis – Kirche – in welcher Ausführung auch immer – an alter Stelle, die derzeit durch Grün umrahmt, aber nur als leere Fläche wahrzunehmen ist, über dem Fundament von früher erheben soll.
Während der Wiederaufbau von vielen Seiten gewünscht wird, geht das Projekt für einen Neubau davon aus, dass die Stadt heute sehr viel weniger Bürger evangelisch-lutherischen Glaubensbekenntnisses hat als vor dem Zweiten Weltkrieg. Dementsprechend kleiner ist der bisherige architektonische Entwurf ausgefallen. Er sieht einen Saal mit 250 bis 400 Plätzen für Gottesdienste und Konzerte, eine Sakristei, ein Büro, Einzelräume mit kleiner Küche, einen Raum für Gemeindeversammlungen, einen mit Computern ausgestatteten Raum, Jugendräume, eine Garderobe und Toiletten vor. Der Kirchturm soll 40 Meter hoch sein mit einer Aussichtsplattform in 30 Meter Höhe. Die Außenmauer soll statt aus Beton und Glas aus Klinkerziegeln bestehen. Die neue St. Johannis – Kirche soll keine verkleinerte Kopie der alten Kirche sein, sondern ein modernes Architekturbauwerk mit Assoziation zum früheren Bau und sich taktvoll und harmonisch in die Altstadtumgebung einfügen, begründet die beauftragte Architektin ihren Entwurf.
Beide Vorstellungen stehen in Memel immer noch zur Diskussion. Einige Änderungen an den ursprünglichen Plänen, z. B. zum äußeren Erscheinungsbild, fanden inzwischen Eingang in die aktuellen Planungen des Projekts „St. Johannis – Kirche“. Bisher ist mit dem Bau der Kirche noch nicht begonnen worden – vor allem auch wegen der Kostenfrage für den Kirchenbau selbst und für den Folgeaufwand. Was meint ihr dazu?