Die Kurische Nehrung
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Die Heimat noch einmal sehen
In den letzten Jahren wird die Kurische Nehrung vorwiegend von heimatverbundenen Menschen besucht, von Menschen, die vor mehr als 60 Jahren kriegsbedingt diesen einzigartigen Landstrich verlassen und sich anderswo in Deutschland oder in der Welt ansiedeln mussten. Diese Menschen kommen in ihren späten Lebensjahren noch einmal - oder solange es ihnen von ihrer Gesundheit her noch vergönnt ist - an die Stätten ihrer Kinder- oder Jugendzeit zurück. Sie erzählen von der Vergangenheit hier, finden „Erinnerungsstücke" wieder, sehen aber auch viel Neues. Hass, Neid, Missgunst, Rachegefühle sind ihnen fremd; aber dennoch empfinden sie oft Wehmut über Verlorenes! Meist sagen sie offen, sie seien - nachdem sie alles noch einmal gesehen haben - zufrieden in der Fremde, die ihnen nach so vielen Jahren zur neuen Heimat geworden ist.
Diese älteren Menschen sind für Litauen eine Devisen bringende Touristengruppe. Es ist schön, dass sie ihre frühere Heimat wiedersehen können, was zuvor vielen anderen - aus politischen Gründen - versagt geblieben ist. Sie sind oft aber auch froh darüber, ihren Nachkommen oder Ehepartnern aus der neuen Heimat jetzt die Landschaft ihrer Kinder- oder Jugendzeit zeigen zu können, worüber sie ihnen zuvor nur mehr oder weniger verklärt berichten konnten - und was ihnen oftmals sogar als Übertreibung ausgelegt wurde.
Die Zukunft gehört der Jugend
Doch für die Republik Litauen kann diese friedliche Begegnung der Menschen heute nur der Anfang sein. Die Zukunft muss auch den nachwachsenden Generationen gehören. Litauen - und ganz besonders die Kurische Nehrung - braucht einen langfristig angelegten, beständigen Tourismus; denn die junge Republik braucht Geld, viel Geld! - um in der Welt bestehen zu können. Zu diesem Zweck sollten vor allem Menschen angesprochen werden, die die Kurische Nehrung ehrlich und treu in ihr Herz schließen wollen, sie nicht nur oberflächlich, gedankenlos und egoistisch „abhaken" und sie nicht leichtfertig mit Umweltsünden quälen!
„Was wir auf Mallorca, Madeira oder Ibiza seit Jahren gesucht, aber nur selten gefunden haben, gibt es hier in Hülle und Fülle!", so ein Tourist mittleren Alters, als er von der „Hohen Düne" bei Nidden auf die einmalig schöne, sonnenglühende, schwermütige Dünenlandschaft hinabsah. Schon Wilhelm v. Humboldt bemerkte: „Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich eben so gut als Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll". Und Thomas Mann baute sich nicht ohne triftigen Grund sein Sommerhaus gerade in Nidden, hinter dem man noch heute den von ihm gepriesenen „Italienblick" genießen kann. Schließlich haben zahlreiche namhafte Maler die eigenartigen Schönheiten des Neringawerkes in vielfältiger Form und Farbe mit dem Pinsel festgehalten.
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Dünen Dünen Dünen |
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Nehrung Haffseite |
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Die Düne wandert |
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Dünenwüste |
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Ins Haff hinunter |
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Unaufhaltsam vorwärts |
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Weiße Düne |
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Wanderdüne im Angriff |
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Die Natur ist hautnah
Ja, Natur ist auf der Kurischen Nehrung hautnah erlebbar! Wind, Wasser, Wellen, Wanderdünen, wiegender Strandhafer, Wald, Wege, auf denen die Fußsohle wie über einen Moosteppich streicht, jedes Steinchen spürend. Das Meer spricht in eigener, lauter, tosender - manchmal aber auch in leiser - Sprache zum einsamen Strandwanderer. Sein Thema: Die Ewigkeit. Das Werden und Vergehen - zu jeder Zeit. Und wer lange weg gewesen ist und genau hinhört, fragt sich: „Warum warst du nicht immer hier? Wie konntest du ohne dieses Meer leben? " Niemand stört dieses Zwiegespräch.
Der sich schlängelnde Weg quer über die Nehrung wird von hochragenden, rotstämmigen Kiefern, geduckten, dicht stehenden Latschen, eingestreuten leuchtenden Birken und dazwischen niedrigem Heidelbeergesträuch gesäumt. Harzduft in sinnbetäubender Intensität umgibt den Wanderer. Das Rauschen der Ostsee wird mit jedem Schritt schwächer und schwächer. Zu hören ist plötzlich wieder das Rauschen der Bäume, das hölzerne Krächzen der Krähen, das schrille Schreien eines Greifvogels. Im Heidelbeergesträuch bewegen sich vereinzelt Menschen, pflückend, heiter, naschend. Der Himmel strahlt in blauestem Blau, hastig ziehen nur ein paar wattig-weiße Schönwetterwolken darüber hin.
Das Haff ist ganz anders
Schon steht der einsame Wanderer am Kurischen Haff. Nicht blaues, weiß schäumendes, langwogiges Wasser wird behäbig an weißlich-gelben Strand gespült. Nein. Kurze, grünlich-gräuliche, harte Wellen klatschen an Grasufer, steinigen Strand, Betondeiche oder laufen in Buchten voller Schilf und Binsen. Bojen, Stangen mit und ohne Wimpel, Segel- und Motorboote, fern am Horizont Land in Sicht mit winzig erscheinenden Bäumen und Bauwerken, darüber - unter jetzt blass-blauem Himmel - dichte, weiße Wolkentürme über dem jenseitigen Land!
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Nehrung Haff Memelland |
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Nehrungsfernblick zum Memelland |
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Nehrungswanderweg |
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Schwarzort antik |
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Nehrungspartie |
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Nehrungspanorama |
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Die Anwesen gehen ans Herz
An der Haffseite ducken sich die alten hölzernen Fischerhäuser in bunten Farben, bei denen ein Anstrich, das so genannte „Kurenblau", sogleich ins Auge sticht. Die Giebel sind meist zum Wasser gerichtet, wohl um dem stetigen Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Viele weiß umrahmte, kleine Fenster unterbrechen die großen Farbflächen der Wände. Eine geräumige Veranda mit gemusterten Gardinen an den Fenstern ziert nahezu jedes Holzhaus. Und oft deckt ein wettergegerbtes Stroh- oder Reetdach das Bauwerk. Dazu diese Gärten! Zier- und Nutzgarten gleichermaßen. Blumen über Blumen neben Gemüsepflanzen, Beerensträuchern und Obstbäumen. Und an langen, senkrecht in den Boden gerammten Stangen hoch droben Nistkästen für gefiederte Gäste. Dem Betrachter lacht das Herz.
Auf so mancher Grünfläche: Gestelle mit zum Trocknen aufgehängtem, nach Fisch riechendem Netzwerk. Männer in blauer Arbeitskleidung hantieren daran herum. Das ist hartes Leben! Auf dem Wasser davor zahllose Möwen, zankend, schreiend, ungeduldig wartend auf irgendwelche Fischabfälle, die es hier immer zu holen gibt.
Im Hintergrund versteckt oder auch etwas dazwischengestreut: Moderne
Bauten! Unverkennbar neu, aber dem Hergebrachten geschmackvoll angepasst - Tribut an die neue Zeit.
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Altes Kurendorf |
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Teilmotiv von der Nehrung |
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Kurenkahn restauriert |
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Alter Kurenkahn in Fahrt |
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Kurenwimpel |
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Resteverwertung |
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Kleiner Mensch Große Natur |
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Sieg über die Wanderdüne |
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Segeln vor der Düne im Haff |
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Segler vor dem Steilabfall |
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Mystischer Seenotrettungsdienst |
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Elchweg |
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Volle Fahrt |
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Nehrungsweg |
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Grabtafeln auf Niddener Friedhof |
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Einsame Ruhe |
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