Kurz etwas zum Memelland
Für diejenigen, die vom Memelland nur irgendwann einmal etwas gehört haben, weil es hier in Deutschland kein Thema mehr im Schulunterricht ist, und für „Hiergeborene", deren Eltern zwar einst dort gelebt haben, die sich in ihrer jetzigen Heimat aber weniger für jenen Landstrich, die Heimat ihrer Vorfahren, interessieren, hier eine kurze Erläuterung:
Das derzeit zu Litauen gehörende Memelland, das die Litauer „Kleinlitauen“ nennen, besteht aus
- dem nördlichen, etwa 50 Kilometer langen Teil der Kurischen Nehrung,
zwischen Ostsee und Kurischem Haff gelegen,
- dem eigentlichen flachen Memelland, dem früheren Teil Ostpreußens als Grenzgebiet zu Litauen
heute Bestandteil Litauens,
- der Stadt Memel, heute Klaipeda.
Die Stadt Memel/Klaipeda wurde im Jahr 1252 vom Livländischen Orden an der Dangemündung gegründet.
1923, nach Jahrhunderten deutscher Besiedlung, okkupierten litauische Militärangehörige, als Freischärler in Zivilkleidung getarnt, das Memelland im Handstreich und verleibten es Litauen ein. Im März 1939 gab Litauen das Memelland aufgrund des deutsch-litauischen Staatsvertrages an das nach dem Ersten Weltkrieg wieder erstarkte Deutsche Reich zurück. Ab 1945 gehört es nach dem Untergang des Dritten Reichs wieder zu Litauen.
Das Memelland ist 2848 Quadratkilometer groß und hatte einst insgesamt rund 154000 Einwohner, fast ausschließlich Deutsche. Heute leben dort viel mehr Menschen. Allein die Stadt Memel/Klaipeda hat jetzt weit über 200000 Einwohner, von denen nur verschwindend wenige Deutsche sind. Memel/Klaipeda ist heute die drittgrößte Stadt Litauens, der einzige Seehafen Litauens und das größte Kulturzentrum im Westteil des Landes.
(Text entnommen meinen Büchern „Merkwürdiges im heutigen Gestern – Kurzgeschichten aus dem Memelland“, „Neu erlebtes Memelland
- hautnah – kritisch – kurz – direkt“ und „Trautes Memelland, glückliche Kinderzeit – Kindheitserinnerungen eines Memeler Bowkes – Kurzgeschichten“). |